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Stefan Keller, I Vignaioli Valtellinesi, 1991

ARTURO PELIZZATTI PEREGO

ARTURO PELIZZATTI PEREGO - Sondrio

Rocce Rosse, ein Sassella geprägt vom Boden, verfeinert durch die Lagerung im Holzfass. Ein Käse aus einem Veltliner Tal, gereift im Keller. Beide - unverwechselbar- sind Teil einer alten Kultur. Für Arturo Pelizzatti gehört sie zum Leben.

Kein Tag ohne Überprüfung seiner heranreifenden Weine, kein Tag ohne einen Gang durch die Reben: Pelizzatti ist ein "appassionato", ein leidenschaftlicher Weinmacher. Mit leiser Stimme erzählt er in seiner zurückhaltenden Art über die Weine, die er im Keller in Sondrio ausbaut. Dabei verliert er unbeabsichtigt sein Gegenüber immer mehr aus den Augen, versinkt in sich und schreckt plötzlich auf, wenn er realisiert, dass ihm jemand zuhört. Arturo Pelizzatti ist zu scheu, als dass er jemandem Wein verkaufen könnte. Zum Glück steht ihm seine lebhafte Frau Giovanna zur Seite, die sich dem Verkauf angenommen hat. Es wäre schade, blieben die subtilen Weine von Arturo Pelizzatti nur einem verschworenen Kreis von Kennern vorbehalten.

Seit 1860 dreht sich in der Familie Pelizzatti alles um den Wein. 1973 schloss sich die Firma der "Winefood"-Gruppe an, die verschiedene Weinkellereien in ganz Italien umfasste. Pelizzatti wurde nicht glücklich dabei. Zehn Jahre später begann er wieder mit einer eigenen Linie, die unter dem Namen AR.PE.PE. (Arturo Pelizzatti Perego) im Handel ist. Damit will er sich von der noch bestehenden Pelizzatti-Linie unterscheiden. Arturo Pelizzatti hat sich dabei auf die drei Lagen Sassella, Grumello und Inferno beschränkt. Vier Mitarbeiter sind für die Arbeit in den Rebbergen zuständig. Pelizzatti selber kümmert sich vor allem um die Vinifikation, seine Frau ist für den administrativen Bereich zuständig.

Zu bearbeiten gilt es zehn steile Hektaren, durchwegs beste Lagen.

Mit seinem 85er Sassella "Rocce Rosse" ist Pelizzatti nun der Prototyp des Weins gelungen, den für ihn eine Riserva aus diesem Gebiet verkörpern soll.

Der rote Fels, auf dem der Wein wächst, hat ihm seinen Namen gegeben. Pelizzatti hielt den Ertrag aus den 20jährigen Reben niedrig, liess die Trauben bei relativ tiefen Temperaturen langsam fermentieren und beschränkte die Mai schegärung auf sieben Tage, der Jungwein sollte nicht mit zuviel Tannin beladen sein. Danach folgten ein zweijähriger Ausbau im Holzfass, ein weiteres Jahr im Inoxtank, der Abzug auf 18 596 Flaschen. Der 85er musste noch zwei Jahre ruhen, bevor er in den Handel kam.

Pelizzatti hat in seinem neuer stellten Keller, der zu Füssen der steilen Grumello-Lagen in den Berg hineingebaut ist, noch einige einheimische Kastanienholzfässer stehen. Für ihn passt dieses Holz am besten zum Veltliner Rotwein, obwohl es mehr und mehr verdrängt wird.

Ein Sassella ist von der Lage her immer feiner strukturiert als beispielsweise der Grumello. Die granatrote Farbe des 85ers mit den orangen Reflexen zeigt seine Reife, in der Nase erinnert das offene Bouquet an Nüsse und Himbeeren. Die Tannine sind mürbe geworden, haben aber durchaus noch tragende Struktur. Die Riserva 85 "Rocce Rosse" ist ein filigraner, leiser Wein mit Zwischentönen. Selbst zum Fisch mag ihn Arturo Pelizzatti trinken.

Ob eines der Kinder den elterlichen Betrieb weiterführen wird, steht noch nicht fest. Den jungen Leuten fehlt die Ruhe, um eine Flasche Rotwein zu trinken, meint Pelizzatti. Rotwein, wie er ihn versteht.

GRÜNDUNGSJAHR:
1983

BESITZER:
Giovanna und Arturo
Pelizzatti Perego

LAGEN:
7,5 ha Sassella (Rocce Rosse,
Vigna Regina),
2 ha Grumello,
0,5 ha Inferno

TRAUBENSORTEN:
95 % Nebbiolo,
5 % Brugnola und Rossola

ALTER DER REBEN:
15-20 Jahre

SORTIMENT:
Grumello "Buon Consiglio"
1989, 14 510 Flaschen
Sassella "Rocce Rosse"
Riserva 1985, 18 596 Flaschen

PELIZZATTIS LIEBLINGSWEIN: "Rocce Rosse" 1985, weil er eine Tradition aufnimmt, die in den letzten 20 Jahren vielerorts verloren gegangen ist.

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